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Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen, Teil 4: Deutsche Gründlichkeit? Deutscher Stromsegen für Europa?

veröffentlicht um 29.10.2013, 05:01 von Andreas Lobb   [ aktualisiert: 12.03.2015, 14:16 ]
Wieviel Strom wird in Deutschland erzeugt und verbraucht? Wird Strom importiert oder mehr exportiert? Wer profitiert?

Beitrag von Andreas Lobb

In Deutschland stieg die Stromerzeugung in den letzten 10 Jahren um insgesamt 30,3 TWh [1]. So wurden im Jahr 2012 insgesamt 617 TWh Strom erzeugt. Zunächst wird sich jeder denken, das ist plausibel! Etwas mehr als 5 % Strom in 10 Jahren, das passt doch in unser Leben.

Aber wir sollten uns das einmal etwas genauer anschauen.

Abbildung 1: Datei: Brutto-Stromerzeugung D Vergleich 2002_2012 08Jan2013_o_jaehrlich_Ki-1.pptx [2]
In Zahlen ergeben sich:
   2002  2012  Veränderung
   [TWh]  [TWh]  [%]
 Kernenergie  164,3   98,7   -39,9 
 Braunkohle 158,4   160,4  +1,1 
 Steinkohle 134,9  117,2  -13,1 
 Erdgas 58,7  67,9  +15,7 
 Heizöl,  Pumpspeicher,  etc. 23,5  37,0  +57,4 
 Wind 17,6  43,2  +145,5 
 Biomasse 5,9  37,0  +527,1 
 Wasser 23,5  18,5  -21,3 
 Photovoltaik 30,9   
 Siedlungsabfälle 6,2   
 Summe  586,8  617,0  +5,2

Im Jahr 2002 haben wir einen kleinen Betrag von weniger als 1 TWh nach Deutschland importiert. Somit haben wir in diesem Jahr etwas weniger als 588 TWh Strom verbraucht. Im Jahr 2012 haben wir jedoch 22 TWh Strom an unsere europäischen Nachbarn verkauft. Somit haben wir innerhalb Deutschland nur insgesamt 595 TWh verbraucht.

Somit stieg der Stromverbrauch innerhalb Deutschland um nur 7 TWh. Dies entspricht einer Steigerung von etwas weniger als 1,2 % in diesen 10 Jahren!!

Vergleichen wir nun einmal den Anteil der Erneuerbaren Energien. Dieser stieg mit ca. 41 TWh im Jahr 2002 auf ca. 123 TWh und verdreifachte sich in diesem Zeitraum. Bei den Erneuerbaren Energien stieg der Anteil bei der Stromwandlung durch Wind-, Sonnenenergie und Biomasse besonders. Ermöglicht wurde dies durch einen bevorzugten Rückgang bei der Stromerzeugung durch Atomenergie.

Was passiert nun aber mit dem für Deutschland zu viel produzierten Strom?

Dieser wird in das nähere europäische Ausland verkauft.

Wird mehr Strom hergestellt, als verbraucht wird, muss ein Abnehmer für den Strom gefunden werden. Als sinnvollste Möglichkeit sollte die erzeugte Energie gespeichert werden. Leider kann dies noch nicht in entsprechenden Größenordnungen realisiert werden. Als Ausweg bietet sich dann in einer Marktwirtschaft nur noch der Preis. Dieser fällt solange, bis sich ein Käufer findet oder sich das Angebot der Nachfrage anpasst.

Strom aus Wind- und Sonnenenergie fällt relativ spontan an. Somit sind diese, von uns geförderten Erneuerbaren Energien, diejenigen, für die zuerst ein Käufer gefunden werden muss.

Im letzten Jahr 2013 profitierten vor allem die Niederlande! So kauften sie mehr als 10% des von ihnen verbrauchten Stroms, teilweise unter Erzeugungskosten, von uns ein [3].

Für das Jahr 2013 zeigt sich gegenüber 2012 ein weiterhin steigender Trend. Grund liegt hier in dem weiterhin steigenden Anteil Erneuerbaren Energien. Wir, Bürger Deutschlands, fördern dies! 

Download: Beitrag

[1] 30,3 TWh = 30,3 Mrd kWh = 30.300.000.000 kWh

[2] Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Link zur Datei

[3] Stromaustausch mit den Nachbarstaaten, Quelle BDEW,  Link zur Datei
Stromverbrauch der Niederlande:  Link zur Website


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Andreas Lobb,
29.10.2013, 05:01