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Unterschiede zwischen Rot- und Schwarzmilan

veröffentlicht um 12.04.2018, 10:49 von Andreas Lobb   [ aktualisiert: 12.04.2018, 10:54 ]
Der Rotmilan zählt zu den streng geschützten Arten und ist häufig im Gebiet Langenfeld Reusrath anzutreffen. Er ist ein sogenannter Suchflugjäger und daher besonders stark durch Windkraftanlagen gefährdet. Wie kann ein Beobachter nun einen Milan von anderen Greifvögeln bzw. einen Rotmilan von seinem geringfügig kleineren „Bruder“, dem Schwarzmilan, unterscheiden?

Beitrag von Andreas Lobb

Der Rotmilan gehört zu den streng geschützten Vogelarten im Sinne des §7 Abs. 2 Nr.13-14 BNatSchG und ist darüber hinaus von der Vogelschutzrichtlinie der EU (VSRL) in Anhang I gelistet.

Rot- bzw. Schwarzmilane sind sogenannte Suchflugjäger. In ihren Revieren besitzen sie üblicherweise keine Feinde. Somit widmen sie sich in ihren Flugaktivitäten hauptsächlich der Nahrungssuche und schauen zum Auffinden ihrer Beute nahezu durchgängig zu Boden. Reusrath zeichnet sich durch viele, verschiedene Agrar- und Wiesenflächen sowie kleinere Waldgebiete aus. Diese sind teilweise über Korridore verbunden und bilden so ein fast zusammenhängendes Nahrungshabitat für Milane. Interessant für den Rotmilan sind Mäharbeiten, bei denen zuvor unzugängliche Beutetiere für ihn sichtbar werden oder durch die Mäharbeiten getötet wurden. Bis zu ihrem Umbruch bieten auch abgeerntete Felder gute Nahrungsressourcen. Durch die vielen kleineren Felder in Reusrath mit unterschiedlichem Anbau (wechselndem Getreide- bzw. Grasflächen etc.) sowie Erntezeiten und Mahdintervalle ergeben sich also ideale Bedingungen für Milane als Jagdrevier.

Wodurch unterscheiden sich die beiden Milanarten?

Zunächst gibt einen markanten Unterschied zwischen einem Milan und anderen Greifvogelarten. Nur der Milan verfügt über einen keilförmigen Schwanz. Wer also eine solche Schwanzform bei einem Greifvogel erblickt, der sieht auf jeden Fall einen Milan. Zur Unterscheidung welche Art Milan man gesehen hat, gibt es nun vier wichtige, optische Merkmale:
  1. Ein Rotmilan besitzt eine deutlich spitzere Einkerbung seines keilförmigen Schwanzes. Beim Schwarzmilan ist dieser Keil eher halbrund.
  2. Ein Rotmilan besitzt an seinen Flügelenden insgesamt 5 Außenfedern auch Finger genannt. Der Schwarzmilan besitzt dagegen jeweils eine lange Feder mehr. Wer also einen Milan mit 6 „Fingern“ entdeckt, hat sicher einen Schwarzmilan beobachtet.
  3. Ein Rotmilan besitzt auf der Unterseite seiner Flügel, jeweils im Außenbereich, einen Bereich mit sehr hellen Federn. Der Schwarzmilan ist auf den Flügelunterseiten eher durchgängig dunkel.
    Je nach den Lichtverhältnissen kann eine Unterscheidung der Flügelunterseite sehr schwierig sein!
    Abbildung 1: Rotmilan, IMG_7525 vergrößert mit Beschreibung.jpg, Quelle: Lobb
  4. Der Rotmilan ist geringfügig größer als der Schwarzmilan
Im Verhalten gibt es weitere kleinere Unterschiede: 
  1. So ist der Rotmilan gegenüber dem Schwarzmilan eher stumm – d.h. während des Fluges sind Rufe des Rotmilans eher die Ausnahme. Beim Schwarzmilan kommt dies eher einmal vor. Beide sind aber gegenüber den bei uns sehr verbreiteten Mäusebussarden (Flügelunterseite sehr hell mit dunklem Rand und nach außen gewölbtem Schwanz) fast „stumm“. 

  2. Beim Flug bewegt der Rotmilan seinen Schwanz sehr stark und korrigiert seine Flugbahn sehr häufig. Der Schwarzmilan dagegen bewegt sich etwas eleganter und korrigiert mit seinem Schwanz seine Richtung eher dezent.

Abbildung 2: Schwarzmilan, IMG_7546 vergrößert mit Beschreibung.jpg, Quelle: Lobb

Zu einer eindeutigen Unterscheidung sollten bei den Beobachtungen immer mehrere Kriterien als Unterscheidung herangezogen werden. Wenn Sie Milane gesichtet haben und uns dies anhand der auf unserer Homepage hinterlegten Dokumentationsunterlage (möglichst mit Fotos und Kurzbeschreibung der Flugroute) melden möchten, können Sie im Zweifel auch lediglich „Milan“ bzw. „Rot- oder Schwarzmilan“ angeben.

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Andreas Lobb,
12.04.2018, 10:53
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Andreas Lobb,
12.04.2018, 10:49